LAU – Weltreise | Peru

Peru ist nach Brasilien und Argentinien das drittgrößte Land Südamerikas. Es besteht aus einer Vielzahl von Landschaften, von Bergen und Stränden bis zu Wüsten und Regenwäldern. Die meisten Menschen leben an der Küste des Pazifischen Ozeans, wo sich die Hauptstadt Lima befindet.

Peru ist ein sehr altes Land. Die frühesten Einwohner kamen dort vor etwa 15.000 Jahren an. Vor mehr als 5.000 Jahren entstanden an der Westküste Gesellschaften, die sich im Landesinneren ausbreiteten. Die wichtigste Kultur auf peruanischen Gebiet war die der Inkas, die dort vor etwa 600 Jahren lebte und ihre Macht erst 1532 nach der Eroberung durch die Spanier an die neuen Herren abgeben mussten. Aus der Inka-Zeit stammt unter anderem die berühmte und mysteriöse Inka-Stadt Machu Picchu. Nach der Eroberung blieb Peru bis 1821 spanische Kolonie, ehe mit Unterstützung von Argentinien und Chile die Unabhängigkeit erkämpft werden konnte.

Ruinen von Machu Picchu

In den 1980er Jahren kam es in Peru zu einem schrecklichen Guerillakrieg als der kommunistische Shining Path versuchte die Macht im Land zu übernehmen. Erst mit der Festnahme des Anführers mehr als 10 Jahre später beruhigten sich die Zustände und in der Folgezeit entwickelte sich Peru sehr positiv. Heute ist Peru eine konstitutionelle Republik mit einem Präsidenten, einem Kongress und einem Obersten Gerichtshof. Peruaner sind gesetzlich verpflichtet, abzustimmen. Präsidenten haben eine Amtszeit von fünf Jahren und können nur zweimal hintereinander gewählt werden.

Aufgrund der Geschichte ist die Bevölkerung Perus eine bunte Mischung aus vielen verschiedenen Kulturen, u.a. Indern, Spaniern und anderen Europäern, Afrikanern, Asiaten und Nachkommen der ursprünglichen Indios. In den letzten Jahren hat sich der Lebensraum vom Land in die Städte verlagert.

Plaza de Arma (Hauptplatz) in Cusco

Landschaftlich ist Peru sehr abwechslungsreich: Aufgrund der vielen verschiedenen Ökosysteme, wie z.B. der langen Pazifikküste, der Berge der Cordillera Blanca als Teil der zweithöchsten Bergkette der Welt, der Anden oder den Amazonas-Dschungel, beherbergt Peru eine größere Vielfalt an Pflanzen und Tieren als die meisten anderen Länder der Erde – viele davon kommen nur in Peru vor. Um diese Pflanzen und Tiere zu schützen, hat Peru spezielle Waldgebiete geschaffen, die als Reservate bezeichnet werden. Man nimmt an, dass es im Amazonas-Dschungel sogar Indianerstämme gibt, die noch nie Kontakt mit der Außenwelt hatten.

Vulkan Sabancaya

Andenkondor

Alpaca

Peruaner mit seinen Lamas

Berg Colorado

Verschiedene Maissorten

Diese biologische Wunderwelt ist bedroht. Peru ist nämlich eines der Länder mit den meisten natürlichen Ressourcen, wie Gold, Silber, Kupfer, Zink, Blei, Eisen, Öl und Erdgas. Und die Förderung dieser wertvollen Stoffe geht – wie überall – zu Lasten der Natur. Aber auch diese Ressourcen helfen Peru nur wenig – das Land ist eines der ärmsten Länder der Welt.

Musik ist für die Peruaner besonders wichtig. Dominiert wird die peruanische Musik vom Charango, einem Instrument aus der Lautenfamilie. Aber auch das Siku, eine landestypische Form der Panflöte, wird insbesondere in den Andengebieten Perus gespielt. Sie hat seit frühen Zeiten eine besondere Bedeutung für die dort lebende Bevölkerung.

Aktivität

Baue Dir eine eigene Panflöte und lerne den Sound der mittleren Anden in Peru kennen.

Siku Panflöte

Straßenmusiker

Der Titicacasee

Den Namen kennt man aus den Geschichten von Pipi Langstrumpf und Janosch.

Der Titicacasee ist mit einer Fläche von 8288 Quadratkilometern der größte Süßwassersee Südamerikas. Er befindet sich auf der Altiplano-Hochebene in den Anden; der westliche Teil mit 4916 km² des Sees gehört zu Peru, der östliche Teil mit 3372 km² zu Bolivien.

Boote aus Totora-Schilf am Titcacasee

Von der Fläche her ist er der achtzehntgrößte natürliche See der Welt; Er ist etwa 15,5 mal so groß wie der Bodensee (einschließlich Untersee) und fast so groß wie Korsika. Leider ist er stark verschmutzt, doch gibt es Pläne die Zuflüsse der Titicacasees mit Klärwerken zu reinigen.

Trotz der mit 9 bis 11 °C sehr niedrigen Jahresdurchschnittstemperatur des Wassers stellt der Titicacasee einen großen Wärmespeicher dar, so dass um den See Kartoffeln, Gerste, Mais und Quinoa gedeihen. Die Region um den Titicacasee wird als das Ursprungsgebiet des Kartoffelanbaus angesehen.

Copacabana, so heißt ein Ort an den Ufern des Titcacasees. Zu dem Wallfahrtsort kommen jährlich viele Pilger aus La Paz zu Fuß. Copacabana: der Klang des Namens zaubert in jedem ein Gefühl von Fernweh herbei. Die Stadt ist Namensgeber für den berühmten Strand von Rio de Janeiro (nicht umgekehrt).

Kartoffeln und Zwiebeln

Blütenstand Totora-Schilf

Zu den Attraktionen des Titicacasees gehören die schwimmenden Inseln der Urus. Ursprünglich begannen die Urus schwimmende Inseln zu bauen, um sich zum Beispiel vor den kriegerischen Inkas zu schützen oder zu verbergen. Die Inseln bestehen aus kreuzweise aufgebrachten Lagen aus Totora-Schilf. Immer wenn ein Angriff drohte, lösten sie die Verankerung und zogen sich mit ihren Inseln auf den See zurück.

Aus Totora-Schilf werden die Boote für den Fischfang und die Matten für den Bau einfacher Hütten gemacht. Auch in der Ernährung spielt Totora-Schilf eine Rolle.

Inzwischen leben nur noch mehrere hundert der insgesamt etwa 2000 Urus auf den traditionellen Inseln. Sie haben den Tourismus als Einnahmequelle entdeckt und erlauben heute Besuchern, die nachgiebig-schwankenden Inseln zu besuchen.

Uro-Mädchen

Peruanische Kostüme

Auf der zu Peru gehörenden Insel Taquile (Quechua: Intika) leben heute etwa 1600 Quechua. Das Volk auf der 5,5 km langen und 1,6 km breiten Insel wurde erst spät entdeckt, weil sie sich bei Ankunft von Fremden vor diesen versteckten. Berühmt sind die Inselbewohner heute wegen ihrer strickenden Männer. Die Insel wird deshalb auch „Insel der strickenden Männer“ genannt.

Ähnlich wie auch auf Urus leben die Einwohner von Taquile von Tagestouristen. Diese verlassen die Insel um ca. 14 Uhr. Wer bei einer Familie auf Taquile übernahctet, kann deshalb einen guten Einblick in das echte Leben der Menschen erhalten (Hotels, fließend Wasser oder Strom existieren nicht).

Eine weitere Insel mit quechua-sprachiger Bevölkerung auf peruanischer Seite ist Amantaní, auf der 800 Familien leben und die Halbinsel Capachica.

Auf den Inseln existieren zwischen kleinen traditionellen Dörfern viele uralte Ruinen.

Kurze Fakten

Größe

1.285.216 km²

Einwohner

32 Millionen

Sprache

Die Amtssprache ist Spanisch. Es gibt aber 3 Regionen, die eine weitere offizielle Sprache besitzen: Galizisch in Galizien im Nordwesten des Landes, Baskisch im Baskenland in Nordspanien und Katalanisch in Katalonien, welches im Nordosten des Landes liegt.

Hauptstadt

Lima

Höchster Berg

Huascaran (6768 m)

Längster Fluss

Río Ucayali (1771 km)

Währung

Nuevo Sol