LAU – Weltreise | Indonesien

Indonesien ist eine Inselgruppe und besteht aus fünf großen (Java, Sumatra, Kalimantan, Sulawesi und Irin Jaya) und insgesamt 17503 kleineren Inseln auf einer Gesamtfläche von fast 2 Millionen Quadratkilometern. Damit ist es der größte Archipel auf der Erde und insgesamt die fünftgrößte Nation.

Die Inseln liegen entlang eines 5150 km langen Bogens – etwa ein Achtel des Erdumfangs – und verbinden das asiatische Festland (Malaysia, mit dem sich Indonesien auch eine Insel teilt) mit dem australischen Festland. Dieser Bogen verläuft entlang des Äquators und trennt den Pazifik vom indischen Ozean.

Der weltgrößte Inselstaat ist eine Republik und das Land mit den viertmeisten Einwohnern der Welt (über 264 Millionen).

300 ethnische Gruppen und 600 Sprachen

Geographisch stellt der indonesische Archipel eines der ungewöhnlichsten Gebiete der Welt dar: Er umfasst einen der wichtigsten Knotenpunkte der tektonischen Platten der Erde, erstreckt sich über zwei Faunenbereiche und bildet seit Jahrtausenden die Verbindung der Völker und Kulturen Ozeaniens und des asiatischen Festlandes. Daraus ist eine sehr vielfältige Umwelt und Gesellschaft entstanden, die sich in der Einwohnerzusammensetzung Indonesiens aus 300 ethnischen Gruppen mit fast 600 verschiedenen dort gesprochenen Sprachen und Dialekten widerspiegelt. Trotz aller Unterschiede sind alle dort lebenden Menschen im gemeinsamen Kampf gegen die Widrigkeiten der Natur vereint: die hohe Anfälligkeit für seismische und vulkanische Aktivität, die Nähe zum Meer und das feuchte Klima machen die Lebensbedingungen nicht einfach.

Am dichtesten bevölkert ist die Insel Java mit der Hauptstadt Jakarta und der Universitätsstadt Yogyakarta.

Hauptstadt Jakarta

Erdbeben in Indonesien

Indonesien liegt in einer seismisch sehr aktiven Zone, dem pazifischen Feuerring, so dass es zu häufigen vulkanischen Aktivitäten und Erd- und Seebeben kommt und auch Tsunamis (besonders hohe Flutwellen) ausgelöst werden. Das Seebeben 2004 zog einen so gewaltigen Tsunami nach sich, dass in Sri Lanka, Südindien, Thailand, Indonesien und den Malediven 228000 Menschen ums Leben kamen. Heute gibt es ein Frühwarnsystem, welches kleinste Erdbeben registriert.

Aktive Vulkane

Der rauchende Krater links ist der Vulkan Bromo auf der Insel Java. Batok ist vorne und im Hintergrund ist Semeru (mit einem Kraterdurchmesser von 500 m) zu sehen. Semeru (3767 m) befindet sich im Bromo-Tengger-Sereu Nationalpark und gilt als einer der schönsten Vulkane der Welt. Gleichzeitig ist er auch einer der aktivsten und gefährlichsten Vulkane, da er seit dem Jahr 1800 mehr als 50 Ausbrüche hatte; die letzte Eruptionsphase dauert schon seit 1967 bis heute an.

Java-Mann und Migrationswellen

Geschichtlich hat Indonesien viel zu bieten. Erste Spuren des Menschen zeigen sich im Skelett des sogenannten Java-Manns. Auch wenn dieses Skelett mehr als eine Million Jahre alt ist, begann die wahre Besiedlung Indonesiens wahrscheinlich etwa 50000 vor Christus. Damals waren die Landmassen noch anders verteilt und der Meeresspiegel war niedriger, so dass Borneo, Sumatra, Java und Bali noch mit dem asiatischen Festland verbunden waren. In verschiedenen Migrationswellen eroberten verschiedene Zivilisationen die Inseln.

Die Funde von Eugène Dubois:

Schädeldach, Molar und Oberschenkelknochen

Islam und Hinduismus in Indonesien

Indonesien war und ist ein Vielvölkerstaat und so wundert es kaum, dass mehrere Glaubensrichtungen vertreten sind. Das Besondere ist jedoch: Die Staatsideologie Pancasila schreibt vor, dass sich jeder Bürger des Landes zu einer von fünf Weltreligionen bekennen muss. Keine nimmt eine Sonderstellung ein: Islam (88 %), Christentum, Buddhismus, Hinduismus oder Konfuzianismus. Es herrscht ein Recht auf freie Religionsausübung, darum kümmert sich ein Religionsminister.

Ab dem 7. Jahrhundert gab es eine Zeit hinduistischer und buddhistischer Königreiche. Bereits früh im 9. Jahrhundert breitete sich der Islam entlang der Handelswege in Indonesien aus. Die hinduistischen Intellektuellen flüchteten nach Bali und es gelang ihnen dort der Welle der Islamisierung zu widerstehen. Anders als die anderen Inseln mit vorwiegender islamistischer Ausrichtung ist Bali aus diesem Grund bis heute hinduistisch geprägt.

Borobudur ist die größte buddhistische Tempelanlage der Welt. Die kolossale Pyramide befindet sich rund 25 Kilometer nordwestlich von Yogyakarta auf der Insel Java. Borobudur wurde 1991 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Sie gilt als das bedeutendste Bauwerk des Mahayana-Buddhismus auf Java.

Die Istiqlal-Moschee (Unabhängigkeitsmoschee) in Jakarta ist die größte Moschee in Südostasien. Die indonesische Regierung ließ die Moschee, die mehr als 120.000 Gläubigen Platz bietet, im Jahre 1975 erbauen.

Die Istiqlal-Moschee in Jakarta

Bali

Die größte hinduistische Tempelanlage Candi Prambanan steht nicht auf Bali, wie man vermuten könnte, sondern 18 km östlich der Metropole Yogyakarta auf der Insel Java. Die hohe spitze Bauform und die strenge Anordnung der zahlreichen Einzeltempel um die Mitte ist typisch für hinduistische Bauwerke.

Der Gewürzhandel – Niederländische Ostindien Kompanie

Mit der Ankunft der portugiesischen Handelsschiffe erkannten die europäischen Mächte das wirtschaftliche Potential Indonesiens. Schnell wurden Begehrlichkeiten auch bei den Spaniern, den Engländern und den Niederländern geweckt. Am schnellsten handelte die Niederländische Ostindien-Kompanie und ihr gelang es ab etwa 1600 den Gewürzhandel in der Region zu kontrollieren. Die Kolonialisten setzten sich dabei wie gewohnt brutal durch: große Teile der Bevölkerung wurden ermordet oder versklavt, die Altstadt von Jakarta wurden zerstört und mit Batavia eine neue Stadt nach heimischem Vorbild aus dem Boden gestampft.

Teetrinkende Europäer vor einem Wohnhaus in Batavia nebst Auto mit Chauffeur.

Teetrinkende Europäer vor einem Wohnhaus in Batavia nebst Auto mit Chauffeur.

Als die niederländische Ostindien-Kompanie 1800 in Konkurs ging, gründete Holland das niederländische Ostindien und besetzten Indonesien für die folgenden 150 Jahre. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts änderte sich die Stimmung im Land und die indonesischen Intellektuellen begannen sich gegen die europäischen Machthaber aufzulehnen.

Kurze Fakten

Größe

etwa 2 Millionen Quadratkilometer

Einwohner

190 Millionen

Sprache

Indonesisch

Hauptstadt

Jakarta

Höchster Berg

Höchster Berg ist der Puncak Jaya (5060 m)

Längster Fluss

Längster Fluss ist der Kapuas (1150 km)

Währung

Rupiah

Im 2. Weltkrieg

Die Japanische 2. Division feiert ihre Landung in Merak auf Java – 1. März 1942

Australische Soldaten mit erbeuteter japanischer Flagge, Tarakan auf Borneo, Juli 1945

Hissen der indonesischen Flagge im August 1945.

Die verheerenden Folgen der Atombombe, die am 6. August 1945 auf Hiroshima und am 9. August auf Nagasaki fielen, führten zur sofortigen Kapitulation der Japaner im 2. Weltkrieg.

Nach dem zweiten Weltkrieg erklärte Indonesien seine Unabhängigkeit von den Niederlanden.

Niederländische Truppen werden von einer Blaskapelle verabschiedet, September 1949 in Jakarta

Schwierige Nachkriegsjahre

In den Folgejahren wurde dann die kulturelle und soziale Vielfalt im Zusammenspiel mit fehlender Bildung zu einem riesigen Problem. Die fehlende Fähigkeit sich selbst zu organisieren führte das Land direkt in das totale Chaos. Bei den ersten Wahlen gewinnen die Kommunisten, denen es aber genauso wenig gelingt Ordnung in das herrschende Chaos zu bringen wie – nach einer politischen 180°-Drehung – dem folgenden autoritären Kapitalismus. Am wirtschaftlichen Tiefpunkt finden kurz vor der Jahrtausendwende die ersten demokratischen Wahlen statt. In der Folge stabilisierte sich die Wirtschaft, steuert jedoch aufgrund der dramatischen Zerstörung der Natur auf neue massive Probleme zu. Aus der Rodung des Regenwaldes entstehen explodierende ökologische und soziale Probleme.

Der Regenwald

Die großen indonesischen Inseln zeichnen sich durch dicht bewaldete Berglandschaften aus und umfassen die größte Regenwaldfläche in ganz Asien. Diese Regenwälder sind eine der biologisch und kulturell reichsten Landschaften der Erde und beheimaten über 3000 Tierarten, darunter Sumatra-Tiger, Zwergelefanten, Nashörner und Orang-Utans. Mit der steigenden Nachfrage z.B. nach Zellstoff, Papier, Sperrholz oder Palmöl wurde der Wald als wertvolle wirtschaftliche Ressource ausgebeutet. Durch die chaotischen politischen Zustände im Land entwickelte sich ein gewinnorientierter Abholzungsrausch ohne Rücksicht auf die Natur, die kritischen Lebensräume gefährdeter Arten oder die sozialen Konflikte der Gemeinschaften, deren Lebensunterhalt von den Wäldern abhängt. Heute ist nur noch knapp die Hälfte der ursprünglichen Waldfläche vorhanden. Viele einzigartigen Arten wie der javanische Tiger sind bereits ausgestorben und viele andere, wie der Orang-Utan, sind stark vom Aussterben bedroht. In nur 16 Jahren hat sich der Bestand an Orang Utahs halbiert.

Orang Utah

Das Ausmaß der Zerstörung der Regenwälder Indonesiens ist so groß, dass es bereits jetzt erhebliche Auswirkungen auf das globale Klima hat. Regenwald- und Moorökosysteme speichern Milliarden Tonnen Kohlenstoff, und ihr Abriss setzt enorme Emissionen in die Atmosphäre frei. Indonesien ist nach den USA und China der drittgrößte Treibhausgasemittent der Welt. 85% seines Emissionsprofils stammen aus der Verschlechterung und dem Verlust von Regenwald und Mooren. Fünf Prozent aller globalen Treibhausgasemissionen stammen heute aus Indonesien. Dies ist mehr als die kombinierten Emissionen, die durch das Fahren aller Autos, Lastwagen, Züge und Busse in den USA pro Jahr zusammen entstehen.

Die indonesische Regierung und Industrie haben Pläne, in den nächsten zehn Jahren zig Millionen Morgen Regenwald in Palmöl- und Zellstoffplantagen umzuwandeln. Damit ist Indonesien möglicherweise die kritischste Region, um die Zerstörung tropischer Wälder in der heutigen Welt in Frage zu stellen.

Bis ins 20. Jahrhundert hinein wurde in den dichten tropischen Regenwäldern mit Giftpfeilen gejagt. Der Schuss mit Pfeilen ist fast lautlos und dadurch, dass die Pfeilspitze in Gift getränkt war, war jeder Treffer mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit tödlich – ganz egal welcher Körperteil des Tieres getroffen wurde. Bei der heutigen Aktivität kann Du Dir aus Haushaltsmitteln ein Pfeil-und-Bogen-Ausrüstung bauen und die Jagdmethode der eingeborenen Jäger von Borneo erkunden ;-).

Atemberaubende Landschaften…

… und Strände existieren in Indonesien.

Tempel nahe Kuala Lumpur

Kinder am Strand betrachten den Sonnenuntergang.

Monkey forest bei Obut

Monkey forest bei Obut

Galerie nahe Obut

Kuala Lumpur

Landwirtschaft auf Bali

Möglichkeit, eine Rundfahrt zu unternehmen.