Weimar, Buchenwald und Erfurt – erstmals für die gesamte Jahrgangsstufe!
Zehntklässler:innen des Gymnasium Laurentianum beschäftigen sich mit deutscher Kultur und Geschichte in Weimar, Buchenwald und Erfurt
Die seit vielen Jahren fest am LAU verankerte Exkursion in die Kulturhauptstadt Weimar, zum ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald und in die Thüringer Landeshauptstadt Erfurt war bislang immer eine Angebotsfahrt für interessierte Schülerinnen und Schüler des Abschlussjahrgangs der Sekundarstufe I vor dem Übergang in die Oberstufe. Seit diesem Schuljahr nehmen alle Schülerinnen und Schülern der 10. Klassen an dieser Fahrt teil.
In zwei Gruppen (die erste von Dienstag bis Donnerstag, die zweite von Donnerstag bis Samstag) erkundete der Jahrgang die Höhen und Tiefen deutscher Geschichte. Dabei stellte sich der Donnerstag als organisatorisch besonders interessant dar: Während die erste Gruppe noch Erfurt erkundete, fuhr die zweite Gruppe an Erfurt vorbei, um ihr Programm in Weimar zu starten.
Beiden Teilgruppen gemeinsam waren die Erfahrungen vor Ort. In Weimar lebte die fröhliche, humane und den Menschen mit seinen Gefühlen feiernde Weimarer Klassik auf. Herzogin Anna Amalia, ihr Sohn Carl August und deren liberale Staatsführung standen im Mittelpunkt, die Geistesgrößen wie Goethe, Schiller, Herder oder Wieland anlockten. Aus Freiheit entstehen Kultur und Größe eines Staates, das war die zentrale Erkenntnis des Tages.
Das absolute Gegenteil lieferte der zweite Tag in Buchenwald. Die zentrale Erkenntnis: Auch die brutalsten Täter hatten „ganz normale“ Lebenswege, die in unfassbare Untaten mündeten, die alle Teilnehmenden emotional tief erschütterten. Auf die Frage, wie dieser Kulturverlust geschehen konnte, gab es keine abschließende Antwort. Nur die verstörend offene Frage, für welche Menschen – auch für einen selbst – unter ähnlichen Umständen ein ähnlicher Weg ausgeschlossen werden kann und die Erkenntnis, alles zu tun, dass sich vergleichbare Rahmenbedingungen nicht wiederholen.
Am dritten Tag wurde diese Erkenntnis um eine Dimension eskaliert. Der Besuch des Erinnerungsorts Topf & Söhne zeigte, dass man gar nicht überzeugt sein muss, um aktiv an einem Völkermord teilzunehmen. Zwei konkurrierende Ingenieure des Unternehmens Topf & Söhne – der führenden Herstellerfirma von Verbrennungsöfen für Konzentrationslager – buhlten um Prestige und Anerkennung im Unternehmen, waren in ihren Eitelkeiten gefangen und überboten sich gegenseitig mit Verbesserungsvorschlägen zur Effizienzsteigerung der Verbrennungsöfen in Buchenwald, Auschwitz und anderen Lagern – mit Blick von ihrem Zeichentisch auf den rauchenden Schornstein von Buchenwald.
Nach diesen Eindrücken, die erkennbar tiefe Denkprozesse ausgelöst haben und die lange über die Fahrt hinausreichen werden, ging es in die wunderbare Altstadt Erfurts mit dem Domberg als architektonischem Höhepunkt und vor allem den mittelalterlichen Gassen mit ihrem bunten und studentisch geprägten lebendigem Gewirr. Ein Kontrapunkt zu dem Bösen, das zuvor Thema war, und der mit dem fröhlich-liberalen Weimar des ersten Tages eine positive Rahmung des Unfassbaren geboten hat.






































