Synagogenbesuch der Klassen 6 des Gymnasium Laurentianum

Im Laufe des Februars besuchten die Klassen 6 des Gymnasium Laurentianum die Synagoge in Münster. Im Rahmen einer etwa 90-minütigen Führung erhielten die Schülerinnen und Schüler einen anschaulichen und lebendigen Einblick in das jüdische Leben und den jüdischen Glauben.

Hannah Stockmann führte die Klassen mit großer Offenheit und Fachkenntnis durch die Synagoge. Sie nahm sich viel Zeit, um die zahlreichen Fragen der Kinder zu beantworten, und zeigte sich erfreut über das rege Interesse sowie das bereits vorhandene Vorwissen, das die Schülerinnen und Schüler aus dem Unterricht mitbrachten.

Die SchülerInnen hören Hannah Stockmann aufmerksam zu.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Geschichte der Juden in Münster und Umgebung. Darüber hinaus erläuterte Frau Stockmann die Stellung des Mannes und der Frau im Judentum und ging sensibel und sehr persönlich auf Fragen zum Thema Antisemitismus ein. Die offene Gesprächsatmosphäre ermöglichte einen ehrlichen und wertschätzenden Austausch.

Zudem stellte sie verschiedene jüdische Feiertage vor, darunter das Neujahrsfest Rosch Haschana. An diesem Tag wird mithilfe des Horns eines Widders – des sogenannten Schofars – ein symbolischer „Weckruf“ dargestellt, der zur Besinnung und Umkehr anregen soll. Besonders eindrucksvoll war für die Schülerinnen und Schüler, dass einige Freiwillige selbst versuchen durften, dem Schofar einen Ton zu entlocken. Auf diese Weise konnten sie die religiöse Praxis nicht nur theoretisch kennenlernen, sondern auch ganz praktisch erfahren.

Großes Interesse weckten auch die künstlerisch und symbolisch reich gestalteten Thorarollen sowie die Entstehung einer Thora. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, dass diese heilige Schrift von einem speziell ausgebildeten religiösen Schreiber, dem sogenannten Sofer, nach strengen halachischen Vorschriften von Hand angefertigt wird. Mit spezieller Tinte schreibt er die Texte in exakt festgelegter Schrift auf Pergament – eine Arbeit, die höchste Präzision und Konzentration erfordert.

Für die Kinder war es eine wertvolle Erfahrung, das im Unterricht erworbene Wissen vor Ort zu erleben und zu vertiefen. Der Besuch der Synagoge trug dazu bei, Verständnis für die jüdische Religion und Kultur zu fördern und interreligiöse Begegnung lebendig werden zu lassen.