Methoden

Methoden

"Die Wege und Mittel der Erziehung und des Unterrichts sind [...] Wege des Dialogs zwischen zur Mündigkeit herausgeforderten Menschen und Mittel zur möglichst selbstbestimmten und kooperativen Aneignung der Realität." (Schulz, Otto 1985)

Die Unterrichtsfächer Politik und Sozialwissenschaft bieten zahlreiche Möglichkeiten, um die Lerninhalte aus den politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Teilbereichen mithilfe  von erfahrungs- und handlungsorientierten Unterrichtsvorhaben zu vermitteln. Derartige Unterrichtsvorhaben gehören zu den sogenannten Unterrichtsmethoden. Eine Auswahl wird im Folgendem kurz vorgestellt:

"Podiums-Diskussion", "Pro-Contra-Diskussion" und "Talkshow":

Ziel: Ermittlung von Argumenten kontroverser Positionen, um eigenständige, begründete Urteile zu finden.

Prinzip: Akteure in Politik und Wirtschaft müssen in strittigen Situationen Entscheidungen treffen (z.B. "Wollen wir unsere Atomkraftwerke abschalten oder nicht?", "Soll der Staat in Zeiten des wirtschaftlichen Abschwungs den Firmen finazielle Hilfen zukommen lassen?" etc.). Die SchülerInnen sollen den Prozess der Entscheidungsfindung simulieren, aber nicht um den vermeintlich richtigen Standpunkt zu erkennen, sondern um die Komplexität vieler Streitfälle zu verdeutlichen und um die Fähigkeiten zur Bildung eines begründeten Standpunkts zu schulen. 

Durchführung: Im Vorfeld der Podiums-Diskussion bzw. der Pro-Contra-Diskussion sammeln die SchülerInnen Informationen, um einen Überblick über den Streitfall zu erhalten. Danach werden in arbeitsteiliger Gruppenarbeit Argumente für die konkurrierenden Standpunkte formuliert. Die Argumente können nun auf verschiedene Weisen präsentiert werden. Bei der Podiums-Diskussion vertretten  SchülerInnen die einzelnen Standpunkte, indem sie mit einem ModeratorIn vor der Klasse/ dem Kurs in eine freie Diskussion über den Streifall treten und ihre Standpunkte argumentativ verteidigen. Anschließend können die übrigen SchülerInnen Fragen an die Diskutanten stellen

Varianten:

Die Pro-Contra-Diskussion ähnelt der Podiums-Diskussion, aber im Gegensatz zu ihr findet keine freie Diskussion statt, sondern die Diskutanten tragen abwechselnd ihre Argumente vor. Auf diese Weise erhalten die SchülerInnen Eindruck über alle denkbaren Argumente.

In Anlehnung an bekannte politische Talkshows im Fernsehen diskutieren die SchülerInnen kontroverse Themen aus der Perspektive von Politikern oder Experten. Dabei ist es erwünscht, dass die Argumente emotionaler als in den obigen Diskussionsformen vertreten werden.

Quelle: Zusammengestellt nach www.sowi-online.de/methoden/methoden.htm 

 

Ortserkundungen/Kooperation mit außerschulischen Partnern

Ziel: Gewinnung erkenntnisstiftender subjektiver Erfahrungen in der Alltags- und Umgebungswelt

Prinzip: Ortserkundungen bzw. Kooperationen mit außerschulischen Partnern bieten die Möglichkeit, dass die SchülerInnen eine subjektive Bindung zu den Lerninhalten knüpfen können. Die Interessen, Vorerfahrungen und z.T. Vorurteile der SchülerInnen geraten in eine direkte Konfrontation zur Realität, wodurch Gesprächs-, Forschungs- und Projektanlässe entstehen.

Durchführung: In der Mehrzahl der Fällen geht der unmittelbaren Orsterkundung bzw.  Befragung eine intensive Vorbereitungsphase voraus. Hier diskutieren und sammeln die SchülerInnen Fragen  zum Erkundungsthema, planen den Erkundungsverlauf und recherieren zum Thema. Danach erfolgt die Erkundung nach zuvor festgelegten Arbeitsschritten bzw. die Befragung nach einem Fragenkatalog. Sinnvoller Weise schliesst dann eine Ergebnisauswertung, -darstellung, -bewertung an.

Praxisbeispiele:

  • Erkundung des Amtsgerichts in Warendorf
  • Erkundung des Bundestagsgebäudes in Berlin
  • Erkundung