Philosophie

Das Fach Philosophie in der Oberstufe am Gymnasium Laurentianum Warendorf
( Stand Februar 2008)


Was bietet das Fach Philosophie?

Mit den berühmten vier Fragen des Königsberger Philosophen Immanuel Kant:

Was kann ich wissen?
Was soll ich tun?
Was darf ich hoffen?
Was ist der Mensch?

kann man einen ersten Einblick in die Fragestellungen der Philosophie erhalten. Sie sind der Leitfaden für das Curriculum des Philosophieunterrichts in Nordrhein-Westfalen und führen zu einigen Teildisziplinen des Faches, nämlich Erkenntnistheorie, Ethik, Metaphysik und Anthropologie.

Im Philosophieunterricht möchten wir die Schüler und Schülerinnen auf philosophische Fragestellungen neugierig machen. Wir möchten sie ermuntern, selbstständig zu denken, Gedankenexperimente zu wagen, neue Ideen aufzunehmen und so ihre eigenen Vormeinungen zu hinterfragen. Dazu ist es wichtig, zunächst das Zuhören zu lernen, um zu verstehen, was der Andere meint. Aber genauso wichtig ist die aktive Teilnahme an dem Gedankenaustausch im Kurs.

Der „Andere“ können Mitschüler, Lehrer, Filme oder auch Texte sein, die nicht immer sofort aus sich heraus verständlich sind, da sie teilweise aus früheren Zeiten stammen und oft theoretische Sachverhalte darstellen. Philosophen bedienen sich oft (auch heute noch) einer komplizierten Wortwahl, sodass Jugendliche zu Recht fragen: „Kann man das nicht einfacher sagen?“ Man braucht also eine gewisse Geduld und den Willen, einen solchen Text zu verstehen. Die dafür notwendigen Methoden will der Philosophieunterricht vermitteln; die Übung muss der Schüler/ die Schülerin selbst erlangen,zum Beispiel in Form von mündlichen oder schriftlichen Hausaufgaben. Denn nur wer einen Text verstanden hat, kann qualifiziert mitreden.

Man darf und soll Fragen stellen,man darf und soll kritisieren und man darf auf Antworten der Philosophie hoffen, sie jedoch nicht in jedem Fall erwarten. Schließlich gibt es nicht auf jede philosophische Frage eine eindeutige Antwort. Und jede Antwort bringt eine neue Frage mit sich. Das gehört zum Wesen des Faches, was auch die Offenheit gegenüber anderen Wissensgebieten beinhaltet. So berühren anthropologische Fragen die Biologie, ethische Fragen andere Kulturen, sozialphilosophische Fragen die Politik und Geschichte, erkenntnistheoretische Fragen die Naturwissenschaften, aber auch die Gesellschaftswissenschaften und die Kunst. Ein großer Reiz des Faches Philosophie liegt in dieser Breite von Interessenschwerpunkten, die halbjährlich unterschiedlich gewichtet werden.


Dazu zwei Scherzfragen:

„Was ist ein Philosoph?“ „Ein Philosoph ist ein Mann, der bei dunkler Nacht eine Katze zu fangen sucht, die es gar nicht gibt.“

„Was ist ein Theologe?“ „Ein Theologe ist ein Mann, der bei dunkler Nacht eine Katze zu fangen sucht, die es gar nicht gibt. Und der behauptet, er habe sie schon gefangen.“ (Zitiert nach Kursheft Ethik/ Religion, Cornelsen Verlag 2002)

Organisatorisches

Das Fach Philosophie setzt in der Oberstufe neu ein. Mit Beginn der Jahrgangsstufe 11 werden also keine Vorkenntnisse vorausgesetzt. Philosophie kann einerseits als gesellschaftswissenschaftliches Fach gewählt werden, andererseits muss es bis zum Ende der Jahrgangsstufe 12 belegt werden, wenn man das Fach Religion abgewählt hat.

Wie in jedem Grundkurs oder Leistungskurs kann man auch in Philosophie Klausuren schreiben. Die Fachkonferenz hat beschlossen, dass in der Jahrgangsstufe 11/1 nur eine Klausur geschrieben wird (zweistündig), von der Jahrgangsstufe 11/2 an werden pro Halbjahr zwei Klausuren geschrieben (zweistündig).

Wer Philosophie als Abiturfach wählen möchte, sei es mündlich oder schriftlich, muss mit Beginn der Qualifizierungsphase (12/1) durchgehend bis einschließlich der Jahrgangsstufe 13/1 Klausuren schreiben.


Landes- und Bundeswettbewerb Philosophischer Essay

Unabhängig vom Unterricht findet jedes Jahr im Herbst (Abgabetermin 6.12.) ein Essaywettbewerb zu philosophischen Themen statt. Die Teilnahme ist freiwillig. Der Wettbewerb richtet sich an solche Schülerinnen und Schüler der Oberstufe, die in besonderem Maße, also über den Unterrichtsstoff hinaus, an philosophischen Fragestellungen interessiert sind.

Der Philosophieunterricht bietet die Möglichkeit, die Form des Essayschreibens unter Anleitung zu üben; der Lehrer/ die Lehrerin steht interessierten Schülerinnen und Schülern beratend zur Seite. Das Wettbewerbsthema selbst muss jeder Teilnehmer aber völlig selbstständig bearbeiten.

Im Jahr 2007 nahmen zwei Schülerinnen und zwei Schüler aus den Stufen 11, 12 und 13 erfolgreich teil; drei bekamen eine Urkunde, und ein Schüler erhielt als besondere Auszeichnung eine Einladung zur Philosophischen Winterakademie nach Münster,wo sich erfolgreiche Teilnehmer aus ganz Deutschland treffen, in einen Gedankenaustausch eintreten, Vorlesungen hören und erneut einen Essay schreiben, diesmal in einer Fremdsprache, um sich dem internationalen Wettbewerb zu stellen.