Heiliges Meer
Das Thema des Kurshalbjahres 12/II lautet:
„Ökologische Verflechtungen und nachhaltige Nutzung“
Praktische Untersuchungen terrestrischer oder/und aquatischer Ökosysteme bilden einen besonderen Schwerpunkt.
Die Fachkonferenz Biologie hat vor vielen Jahren mit Zustimmung der Schulleitung beschlossen, dass die Schüler der Biologie-Leistungskurse des Laurentianums in diesem Halbjahr an der Biologischen Station „Heiliges Meer“ in Recke an einem zweitägigen weitgehend praxisorientierten Gewässerkundekurs teilnehmen. Die Unterbringung erfolgt in Mehrbettzimmern in der Biologischen Station.
Der Kurs wird vom Personal der Biologischen Station durchgeführt und hat sich in der Vergangenheit als äußerst gewinnbringend erwiesen.
Lage und Entstehung des Naturschutzgebietes
Beiderseits der Straße von Ibbenbüren nach Hopsten liegt das Naturschutzgebiet »Heiliges Meer«. Dieses See-, Tümpel-, Heide-, Moor- und Waldgelände ist etwa 400 bis nach 800 nach Christus entstanden. Bohrungen haben ergeben, dass sich ab einer Tiefe von 80 bis 100 Metern Anhydritbänke, Gips und Steinsalzlager befinden. Durch das Untergrundwasser lösen sich diese Stoffe auf. Die entstandenen Hohlräume brechen ein, die oberen Schichten sacken nach. Die Einsturztrichter füllen sich nach und nach mit Wasser. So erklären Fachleute die Entstehung von Seen in dem Gebiet.
Letzter größerer Vorfall war 1913, als der »Erdfallsee« entstanden ist. Er hat eine Tiefe von bis zu 11,5 Meter.
Das Naturschutzgebiet Heiliges Meer ist durch seine Kombination von naturnahen, nährstoffarmen Lebensgemeinschaften und durch die eng benachbarten Gewässer mit unterschiedlichem Nährstoffgehalt einzigartig für Nordwestdeutschland.
Text entnommen aus: TERLUTTER H.: Das Naturschutzgebiet Heiliges Meer
(mit freundlicher Genehmigung des Autors)
Praktische Untersuchungen vor Ort
• Führung durch das Naturschutzgebiet (Flora und Fauna, Heidegebiete, Seentypen ...)
• Leitfähigkeitsuntersuchungen verschiedener Wasserproben
(nährstoffarmer Erdfallsee, nährstoffreiches Heiliges Meer, Kolke, Meerbecke, Grundwasserproben)
• Untersuchungen zur Vegetationszonierung am Großen Heiligen Meer (Bootsfahrt)
• Planktonfang aus verschiedenen Tiefen des Großen Heiligen Meeres (Bootsfahrt)
• mikroskopische Untersuchung und Bestimmung des Phyto- und Zooplanktons im Übungsraum der Biologischen Station
• Erstellung eines Vertikalprofils des Großen Heiligen Meeres (Bootsfahrt)
Hierbei werden verschiedene Parameter wie z. B. Sichttiefe, Wassertemperatur, Sauerstoffgehalt, Ammoniumkonzentration, Eisengehalt, Phosphatkonzentration usw. bis zum Seeboden in 10 m Tiefe bestimmt; die Bestimmungen erfolgen zum Teil unmittelbar auf dem Boot oder aber anhand der verschiedenen Wasserproben anschließend im Labor.