Praktische Philosophie
Das Fach Praktische Philosophie wird am Gymnasium Laurentianum bislang in der Jahrgangsstufe 9 unterrichtet, da die Abmeldezahlen vom konfessionellen Religionsunterricht (z.B. wegen Konfessionslosigkeit oder aufgrund von Zugehörigkeit zu einer nicht-christlichen Religion) bisher so gering sind, dass eine Einrichtung von Kursen in den Jahrgangsstufen 5 bis 8 nicht nötig war.
„Zentrales Anliegen des Faches ist es, zur Entwicklung von Kompetenzen bei Schülerinnen und Schülern beizutragen, die sie befähigen, sich systematisch mit Sinn- und Wertfragen auseinanderzusetzen, sie bei der Suche nach Antworten auf die Frage nach dem Sinn menschlicher Existenz anzuwenden und in einer demokratischen Gesellschaft selbstbestimmt, verantwortungsbewusst und tolerant zu leben.
Die Schülerinnen und Schüler entwickeln dazu Empathiefähigkeit und gelangen zu einem Wert- und Selbstbewusstsein, das verantwortliches Handeln begründet. Im Unterricht sollen durch die Auseinandersetzung mit verschiedenen Ideen, Wertvorstellungen und Normen Kriterien für deren Beurteilung erarbeitet und die eigene Reflexions- und Urteilsfähigkeit gefördert werden. Das Verständnis für weltanschauliche, religiöse und ideengeschichtliche Positionen ist Grundlage für interkulturelle und intrakulturelle Toleranz und ermöglicht kognitive, emotionale und soziale Orientierungen.
Das Fach Praktische Philosophie ist auf die zusammenhängende Behandlung von Sinn- und Wertfragen gerichtet. Während dies im Religionsunterricht auf der Grundlage eines Bekenntnisses geschieht, übernimmt Praktische Philosophie diese Aufgabe auf der Grundlage einer argumentativ-diskursiven Reflexion im Sinne einer sittlich-moralischen Orientierung ohne Bindung an eine bestimmte Religion oder Weltanschauung.“ Quelle: Schulministerium NRW
Im Zentrum des Faches steht so die suchende Schülerin/der suchende Schüler, die/der mit ihrer/seiner ganz persönlichen Perspektive in den Diskurs eintritt. Diese Perspektive kann dann mit gesellschaftlichen Wertevorstellungen und –konflikten ins Gespräch gebracht werden. Die ideengeschichtliche Perspektive der Philosophie hilft dabei, den in der Menschheit schon erreichten Erkenntnisstand nicht leichtfertig zu unterschreiten.
Diese drei Perspektiven münden in die sieben Fragenkreise der Praktischen Philosophie:
- Die Frage nach dem Selbst
- Die Frage nach dem Anderen
- Die Frage nach dem guten Handeln
- Die Frage nach Recht, Staat und Wirtschaft
- Die Frage nach Natur, Kultur und Technik
- Die Fragen nach Wahrheit, Wirklichkeit und Medien
- Die Frage nach Ursprung, Zukunft und Sinn.
Am Laurentianum besteht die Möglichkeit, die sieben Fragenkreise mit Hilfe des Schulbuches „Sich orientieren 9/10“ des Bayerischen Schulbuch Verlags zu erarbeiteten. Da das Buch auf zwei Schuljahre angelegt ist, kann der unterrichtende Lehrer eigene Schwerpunkte setzen. Möglich ist es auch, die Fragenkreise mit Hilfe von anderen Materialien zu erarbeiten.
Da das Fach Praktische Philosophie allein in der Jahrgangsstufe 9 unterrichtet wird und so eine Lernprogression nur in Ansätzen möglich ist, müssen die im Entwurf der Richtlinien des Faches Praktische Philosophie vom 31. August 2007 geforderten Kompetenzen, die am Ende der Jahrgangstufe 9 erreicht werden sollen, als Zielmarke verstanden werden.