Religionslehre

Der Religionsunterricht fördert religiöse Bildung und leistet damit einen eigenständigen und
unverzichtbaren Beitrag zum allgemeinen Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule.
Der Religionsunterricht ist offen für Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher
Überzeugungen und leistet dadurch einen Beitrag zur Verständigung in der Pluralität.
Der Religionsunterricht zielt auf überprüfbare Kompetenzen und Inhalte, wobei sich der
Glaube selbst einer Überprüfung entzieht.

Aufgaben und Ziele

Der Religionsunterricht begleitet Kinder und Jugendliche bei ihrer Suche nach Orientierung
und Lebenssinn und stellt auf altersgemäße Weise den Zusammenhang von Glauben und
Leben dar. So ermöglicht er, die Bedeutung des Evangeliums von Jesus Christus im Leben zu
entdecken und im christlichen Glauben eine Hilfe zur Deutung und Gestaltung
des Lebens zu finden. Darüber hinaus informiert er aber nicht nur über den christlichen
Glauben und seine Traditionen, sondern bringt die Heranwachsenden auch mit Glauben als
Einstellung, Haltung und Lebenspraxis in Berührung.

Wahrnehmen und Begleiten

Der Religionsunterricht nimmt Kinder und Jugendliche mit ihren Lebensfragen, Sorgen,
Ängsten, Erwartungen und Hoffnungen ernst. Er achtet sie als Mitgestalter/-innen ihrer
religiösen Alltagswelt und stärkt die Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft.
Zudem ermutigt er die jungen Menschen, sich selbst und einander als Geschöpfe Gottes mit
individuellen Gaben und Grenzen im Blick auf gemeinsame Aufgaben anzunehmen und zu
stärken.
Plurale Lebensverhältnisse, religiöse Phänomene und Sinndeutungsangebote werden
aufgenommen und Raum zur Wahrnehmung und Reflexion in individueller,
gemeinschaftlicher und gesellschaftlicher Perspektive gegeben.

Wissen, Verstehen und Kommunizieren

Im Religionsunterricht wird der Blick für die christliche Prägung unserer Kultur geöffnet und
elementar in die biblisch-christliche Tradition eingeführt. Der Religionsunterricht befähigt die
Heranwachsenden in diesem Zusammenhang zur Auslegung der Bibel und fördert
altersgemäße Zugänge.
Biblisch-christliche Tradition wird dem kritischen Gespräch ausgesetzt und geholfen,
religiöse Sprach- und Gestaltungsfähigkeit zu entwickeln. In diesem Sinne dient der
Religionsunterricht der individuellen, gemeinschaftlichen sowie gesellschaftlichen
Orientierung und ermöglicht Schritte auf dem Weg zum persönlichen,
verbindenden Glauben.

Gestalten und verantwortlich Handeln

In Dialog und Auseinandersetzung mit anderen Sinn- und Wertangeboten dient der
Religionsunterricht dem kulturellen Verstehen und der Gestaltung des gesellschaftlichen
Miteinanders. Schülerinnen und Schüler werden befähigt, am „Streit um die Wirklichkeit“
teilzunehmen und angeleitet, eigene Positionen zu entwickeln und zu vertreten. Auf diesem
Wege ermöglicht er Begegnungen und fördert die Bereitschaft, andere Auffassungen zu tolerieren und von anderen zu lernen.
Mit anderen zusammen befähigt er, die Frage nach Gut und Böse, Recht und Unrecht zu
stellen und setzt sich für ein Leben in Freiheit, Demokratie und sozialer Verantwortung ein.
Insofern ermutigt der Religionsunterricht zu verantwortungsvollem, solidarischem Handeln
auf der Grundlage christlicher Wertvorstellungen und übt dieses exemplarisch ein.
Über das eigenständige unterrichtliche Anliegen hinaus beteiligt sich der Religionsunterricht
an Bemühungen, die Schule als Lebens- und Erfahrungsraum für alle Beteiligten zu gestalten.
Dazu trägt er durch die Mitgestaltung von Festen, Feiern und Gottesdiensten bei. Des
Weiteren beteiligt er sich am fächerverbindenden Lernen und an Projekten, an Entwicklungen
innerhalb der Schule und an der Öffnung von Schule hin zur Gemeinde und trägt zur
Profilbildung der Schule bei.

Rechtliche Grundlagen des Religionsunterrichts

Der Religionsunterricht ist nach Art. 7 Abs. 3 des Grundgesetzes der Bundesrepublik
Deutschland ordentliches Lehrfach, das von Staat und Kirche gemeinsam verantwortet wird.