Philosophie

Schöner als im Himmel?
Laurentianer im Bundes- und Landeswettbewerb Philosophischer Essay

Die provozierende Aussage „So schön wie hier kann's im Himmel gar nicht sein!“ (Regisseur Christoph Schlingensief) veranlasste Eva C., Yannick D., Asja K. und Anna S. (alle Jgst. 11) zu einer kritischen Untersuchung einiger Grundsätze von sozialer Gerechtigkeit und Religion. Trotz differenzierter Meinungen treffen sie sich aber in einigen Punkten: Das Leben ist nicht immer und überall auf der Welt schön, Glauben kann Hoffnung wecken und Trost bieten, aber ein erfülltes Leben in der Gegenwart ist einem unsicheren Jenseits vorzuziehen.
Cornelia D. (Jgst.12) und Leonie H. (Jgst.11) verteidigen im Anschluss an ein Zitat von Henryk M. Broder kontroverse Haltungen zur Toleranz, welche einerseits als Mut zur Verantwortung und andererseits als Ausdruck von Feigheit gewertet werden kann.
Maria S. (Jgst.12) beantwortet die Problemfrage, welche die wichtigste philosophische Erkenntnis sei, mit der These, es sei die Fähigkeit des Menschen, „nein“ sagen zu können.
In Anschluss an ein Zitat des Philosophen Michel de Montaigne vertritt Rebecca B. (Jgst.11) einen skeptischen Standpunkt hinsichtlich dessen, was wir für die Wahrheit halten. Ausgehend von der menschlichen Subjektivität weist sie nach, dass wir ständig unsere Meinung ändern müssen, da wir soziale Wesen und damit fähig sind, Vorurteile abzulegen.
Der Leiter des Essaywettbewerbs, Dr. Gerd Gerhardt, weist darauf hin, dass im Bereich der Bezirksregierung Münster 94 Essays und im Bereich Detmold 71 Exemplare eingesandt wurden. Hier fanden die aktuellen Zitate den meisten Zuspruch.
Die Jury in Münster bewertete die Relevanz für das vorgegebene Thema, das philosophische Verständnis, die argumentative Überzeugungskraft, die innere Stimmigkeit und die Originalität der Arbeiten. Alle Teilnehmer des Gymnasium Laurentianum erhielten jetzt als Anerkennung für ihre guten Essays eine Urkunde der Bezirksregierung und die herzlichen Glückwünsche ihrer Schulleiterin Marlis Ermer sowie ihrer Philosophielehrerin Gisela Gensichen.