Schule der Zukunft 2016-20

Am 25.03.2015 wurde das Laurentianum nach dreijähriger Projektphase vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW (MKULNV) und vom Ministerium für Schule und Weiterbildung (MSW) des Landes NRW als "Schule der Zukunft" -Stufe 2- ausgezeichnet.

 

 

Auch in diesem Kampagnenzeitraum von 2016 bis 2010 ist unsere Schule wieder dabei.

LAU 4 future - aktiv für mich und andere. Unter diesem Motto steht das Projekt, mit dem das Gymnasium Laurentianum dieses Mal an der Kampagne "Schule der Zukunft" teilnimmt.

Mit unserem Projekt möchten wir an den letzten Kampagnenzeitraum anknüpfen. Bei dem ersten "Lau 4 future-Projekt" waren bereits viele Klassen beteiligt, jedoch wurden Bausteine des Projektes größtenteils von Kollegen und der SV initiiert. Im Sinne unseres Leitbildes als gebundene Ganztagsschule möchten wir das Engagement für nachhaltige Bildung besonders auf Seiten der Schülerinnen und Schüler weiter auszubauen. Ziel des Projektes "LAU 4 future - aktiv für mich und andere" ist, Schülerinnen und Schüler noch besser zu beteiligen, sie in ihren eigenen Interessen zu stärken und sie zu motivieren, Verantwortung für sich selbst und die eigene Gesundheit zu übernehmen. Daraus resultierend sollen sie Empathie entwickeln, Verantwortung für andere übernehmen und nachhaltig aktiv werden. Von dem höheren Maß an Partizipation von Seiten der Schülerinnen und Schüler versprechen wir uns auch eine Stärkung der Selbst- und Sozialkompetenz der Schülerschaft.

Um für mich und andere aktiv zu sein, muss zunächst die Basis für soziales Verhalten gelegt werden. Das "Soziale Lernen" hat bereits jetzt am Laurentianum einen hohen Stellenwert. Neben dem "Lions Quest" Konzept in den Jahrgangstufen 5-7, findet ein erlebnispädagogisches Teamtraining in der Jahrgangstufe 6 statt. In Ganztags-AGs werden die Schülerinnen und Schüler zu Sporthelfern, Medienscouts, Streitschlichtern, Paten, Teamcoaches und Schülersanitätern ausgebildet. Ziel ist es auch die Ausbildung von BNE-Scouts aufzunehmen, um den Aspekt der Nachhaltigkeit noch mehr in den Fokus der Schülerinnen und Schüler zu rücken. Dabei soll es auch darum gehen, die eigene Lebenssituation im globalen Vergleich zu reflektieren oder ökologische und ökonomische Interessen abzuwägen. Insgesamt möchten wir ihnen Gelegenheit geben, ihren Horizont zu erweitern und Zusammenhänge auch auf globaler Ebene zu betrachten.

Seit 2004 engagiert sich die die Schulgemeinschaft für Kinder in Afrika. An einem Tag im Schuljahr arbeiten Schülerinnen und Schüler ehrenamtlich, indem sie ihren Lohn für Aktion Tagwerk spenden. Die Kinder und Jugendlichen setzen sich aktiv für Gleichaltrige in Afrika ein und bekommen ansatzweise ein Gefühl dafür, wie schwer es ist, Geld zu erarbeiten. Dieses Geld fließt in Bildungsprojekte afrikanischer Länder, in denen Bildung leider nicht selbstverständlich ist. Durch Behandlung des Themas "Afrika" im Unterricht sowie in AGs des Ganztags entstand bereits im vorangegangenen Kampagnenzeitraum die Idee, fair gehandelte Produkte zu verkaufen. Die AG "Fair trade - wie man mit Schokolade die Welt verbessern kann", verkauft mittlerweile an zwei "Fair fridays" pro Monat fair gehandelte Produkte und arbeitet eng mit dem Eine-Welt-Laden der Nachbargemeinde zusammen. 2015 erhielt das Laurentianum die Auszeichnung "Fair Trade Schule". Die Kooperation möchten wir gerne fortsetzen und ausbauen, zum Beispiel durch die Erweiterung des Sortiments und mehr Aufklärung der Schülergemeinde über ökonomische und ökologische Folgen nachhaltiger Landwirtschaft. Finanzielle Unterstützung für die Projekte und Aktion Tagwerk bietet der Sponsorenlauf während der Bundesjugendspiele. Die gesammelten Sponsorengelder werden an Aktion Tagwerk gespendet und kommen auch dem geplanten schulischen Projekt "LAU 4 Future" zu Gute.

Neben dem Schwerpunkt "Aktion Tagwerk" möchten sich die Schülerinnen und Schüler auch in Warendorf vor Ort engagieren. Hier möchten wir gemeinsam mit Ihnen ähnlich wie bei Aktion Tagwerk nachhaltige Strukturen und Kooperationen schaffen, um das Engagement und die Mitbestimmungsmöglichkeiten aller Schulbeteiligten auszubauen. Angesichts der vielen Menschen, die durch Krieg und Terror ihre Heimat verloren haben und nach Europa und Deutschland geflüchtet sind, wird die Not vieler Menschen auch hier sichtbarer. Der Religionsunterricht der Jahrgangsstufe EF greift das Thema Asyl durch Planung und Durchführung von Gottesdiensten auf. Im Rahmen der Patenschaft "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" entstand das Projekt "Heimat". In der neuen Kampagnenphase ist ein Ausbau sozialer und globaler Projekte in Kooperation mit der SV, den Pädagogikkursen und der Jugendhilfeorganisation Mindful geplant. Die Schülerinnen und Schüler sollen dabei explizit mitbestimmen, welche Schwerpunkte diese Projekte haben und selbst aktiv sein und Verantwortung übernehmen.

Interkulturelle Erfahrungen können Schülerinnen und Schüler auch im Rahmen der Schüleraustausche und Partnerschaften mit Olesnica (Polen) und Kosice (Slowakei) sammeln. Regelmäßig nehmen Schülerinnen und Schüler des Gymnasium des Heiligen Thomas von Aquin aus der Slowakei für 8 Tage sowohl am Schulalltag des Gymnasium Laurentianum als auch am kulturellen Begleitprogramm (slowakisch-deutscher Projektchor, Videopräsentationen der Natur und Kultur der Slowakei) teil, und umgekehrt. Beim Polenaustausch geht es neben dem gegenseitigen Kennen- und Verstehenlernen junger Menschen aus unterschiedlichen Sprach- und Kulturräumen auch um die Geschichte Schlesiens. Die Informationen werden durch Vorträge, Führungen, Internetrecherchen und Exkursionen bereitgestellt und in deutsch-polnischen Arbeitsgruppen aufgearbeitet und vertieft. Partizipative Projekte könnten auch an einen Austausch anknüpfen und den Fokus auf interkulturelle Begegnungen legen.

Unsere Schülerinnen und Schüler möchten wir darüber hinaus durch die Einführung von verbindlichen Unterrichtsbausteinen dabei unterstützen, eigene Projekte im Unterricht für die Schule der Zukunft zu planen. In der Jahrgangsstufe 8 soll es im Rahmen der EBC-Kurse (fächerübergreifend: Erdkunde, Biologie, Chemie) um den Schwerpunkt Ernährung, Gesundheit und Nachhaltigkeit gehen. Unterstützt vom Landesprogramm Bildung und Gesundheit erhalten Schülergruppen von 4 Schülerinnen und Schülern Fortbildungen, um sich gesundheitsfördernde Projekte im Lebensraum unserer Schule zu überlegen und geben ihr Wissen als Mentoren an andere Schüler weiter. Die Bildung von B-Teams bedeutet, dass auch Lehrer an diesen Fortbildungen teilnehmen und mit den Schülern Teams bilden, deren Mitglieder sich auf Augenhöhe befinden. Die Umsetzung der Projekte, die allen zugute kommen, helfen das Schulklima zu verbessern und lässt die Schüler und Schülerinnen erleben, dass sie an der Weiterentwicklung der Schule partizipieren können.

Von unserem Kooperationspartner Freckenhorster Werkstätten, dem Betreiber des Bistro für die Mittagsverpflegung an unserer Schule, werden vermehrt Biolebensmittel und Lebensmittel aus regionalem Anbau verwendet, um eine nachhaltige Landbewirtschaftung zum Schutz der Natur und der Umwelt zu unterstützen. Um Wünsche der Schüler bzüglich der Mittagsverpflegung umzusetzen, tagt regelmäßig der Mensaausschuss, bestehend aus Eltern, Mitarbeitern der Mensa, Schülern und Lehrern. Das Mensa-Essen wird von der Schülerschaft kontrovers diskutiert. Schülerprojekte sollen die Zusammenarbeit mit dem Bistro und der Schulmensa erweitern, z. B. in Form von Erhebungen, Einführung von Fairtradeprodukten, Aktionen etc.. Die Kochaktion in der Mensa mit Fernsehkoch Stefan Marquard initiierte, dass Schüler und Schülerinnen an Aktionstagen gesunde Pausenverpflegung für den Kiosk herstellen.

Auch in den Pädagogikkursen wird das Projekt direkt mit dem Fachunterricht verknüpft. In der Einführungsphase und der Qualifikationsphase soll es in Modulform um die Vermittlung theoretischer Grundlagen zu partizipativen und sozialen Projekten gehen und um die konkrete Planung und Durchführung dieser mit Unterstützung der Jugendhilfeorganisation "Mindful".

Wir erhoffen uns demnach von diesem Projekt nicht nur, das Bewusstsein der Schülerinnen und Schüler für sich und andere zu schärfen, sondern durch ihre aktive Beteiligung auch noch besser vermitteln zu können, dass nachhaltige Bildung und Entwicklung nur durch das Engagement aller Schulbeteiligten realisiert werden kann.