Paris

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Zum fünften Mal in Folge unternahm die ganze Jahrgangstufe 10 des Laurentianum eine einwöchige Studienreise unter Leitung von Marlis Ermer, Theodor Dorenberg, Andreas von Görgey, Rolf Hartmann, Wolfgang Heinrich, Peter Müller und Sandra Santoro nach Paris. Als nach achtstündiger Fahrt bei herrlichem Wetter die Busse auf der Nordautobahn vor Paris um das Stade de France bogen und der Blick auf die sonnenbeschienene Basilique Sacré Coeur schweifte, stieg die erwartungsvolle Spannung weiter an und ließ die Schüler in den nächsten Tagen nicht mehr los. Nach der Ankunft bezog die Gruppe zügig die sehr guten Hotelunterkünfte und am späten Nachmittag stiegen alle dann auch sofort am Moulin Rouge vorbei auf die Butte Montmartre und ließen sich vom Künstlerviertel und der erst ca. 100 Jahre alten Basilique einfangen. Vor der Kulisse der beleuchteten Stadt und des Eiffelturms lernten die Schüler die Bohême kennen und sie feilschten mit den Straßenverkäufern auf Französisch um die Preise für Souvenirs.
Der zweite Tag begann mit einer informativen Stadtrundfahrt, die im gigantischen Verwaltungsviertel La Défense endete. Die Schüler promenierten zwischen den Hochhäusern und erlebten ein Beispiel moderner Stadtplanung: mehr als 130 000 Arbeitsplätze, Versorgungszentren, Hotelunterkünfte, Transporteinrichtungen wie Autobahnen, Busbahnhof, Metrostation, Bahnstation sowie Erholungszentren liegen auf engstem Raum, unter- und oberirdisch und zu Fuß erreichbar, beieinander. Manch einer erinnerte sich an den Geographieunterricht des letzten Schuljahres, in dem diese Probleme der Ballungszentren thematisiert worden waren. Und mit seinen Englischkenntnissen konnte sich hier jeder durchfragen.
Vom Arc de Triomphe flanierten die Schüler am Nachmittag die Champs-Elysées hinunter zum Restaurant, das gegenüber den Gärten der Tuilerien lag, die in der Spätnachmittagsonne vor der gigantischen Kulisse des Louvre den Schülern ideale Möglichkeiten zur Entspannung und klassenübergreifenden Kommunikation boten, was im Kurssystem der bevorstehen Oberstufe von besonderer Bedeutung ist.
Abends lernten die Schüler Paris bei Dunkelheit von einem Bateau-Mouche aus kennen: die Autos verschwanden hinter den Ufermauern der Seine und die angestrahlten Häuserzeilen verbreiteten eine mittelalterliche Atmosphäre. Ein glitzernder Eiffelturm zur vollen Stunde bot der Gruppe ein unvergessliches, traumhaft schönes Bild. Die einzigen Regentropfen während dieser Bootsfahrt wurden bei der ersten Metrofahrt zurück zum Hotel schnell vergessen. Er war ein spannender Abschluss eines ereignisreichen Tages.
Der Mittwoch stand ganz im Zeichen des Absolutismus: die Pracht des Schlosses von Versailles und seiner Gärten, im 17. Jh. errichtet mit willkürlich erhobenen Steuergeldern vom armen, entmündigten französischen Volk, galt es mit Hilfe vorbereiteter Fragebögen zu entdecken. Viele Bilder aus dem Geschichtsunterricht, bisher nur Theorie, wurden hier nachvollziehbare Wirklichkeit und es wurde den Schülern anschaulich vor Augen geführt, warum die Menschen im 18. Jh. gegen die Obrigkeit revoltierten und für ihre Grundrechte ihr Leben aufs Spiel setzten. Die Revolution mit ihren Grausamkeiten wurde am Nachmittag in der Conciergerie mit ihren Gefängniszellen drastisch vor Augen geführt.. Das anschließende entspannde Genießen der Ile de la Cité mit Notre Dame, der Place Dauphine, der Bouquinistes, des Innenhofes des Louvre … wurde von der Sonne am Spätnachmittag begleitet.
Nach dem Restaurantbesuch nutzten alle die Zeit für die Besichtigung des Louvre: Der Film Da Vinci Code hatte die Schüler neugierig gemacht und die Schüler wollten unbedingt die Filmatmosphäre hautnah miterleben.
Am nächsten Tag stand Kunstunterricht im Musée d’Orsay auf dem Programm. Die Schüler sahen die Meisterwerke der bekanntesten Impressionisten der Welt, die ihnen aus dem Unterricht bekannt waren: Monet, Pissaro, Gaugin, van Gogh … ein einmaliger Unterricht.
Nachmittags, nach einem ausgiebigen Picknick, beeindruckte der Besuch des Grabes Napoleons im Dôme des Invalides. Die Fahrt auf den Eiffelturm verdeutlichte anschließend allen noch einmal das einheitliche, von Haussmann geschaffene Stadtbild von Paris, das viele immer wieder in diese Metropole lockt.
Der gemeinsame Tenor nach dieser Fahrt, auch auf Seiten der Eltern, die die Berichte ihrer Kinder interessiert verfolgt haben, ist, dass Städtereisen zwar anstrengend sind, aber in Bezug auf die Freude am gemeinsamen Erlebnis, auf den Zusammenhalt in der Stufe und auf die Festigung bisheriger Lerninhalte sehr sinnvoll sind. „ Die Jahrgangstufe 10 ist der optimale Zeitpunkt, um bei den Schülern im Hinblick auf die Geschichte Europas und seiner Kunstschätze gewinnbringend das Interesse an Städtereisen zu wecken. Auch wird ihnen die Bedeutung von Fremdsprachenkenntnissen bewusst.“ ist sich der Initiator und Organisator der Parisfahrt, Theodor Dorenberg, sicher. Sicherlich sind das auch die Gründe, weshalb die jetzige Jahrgangstufe 9 bereits jetzt ihre Stufenfahrt im nächsten Jahr in die schönste Hauptstadt Europas beschlossen hat. Die Parisfahrt der Laurentianer ist eben keine Eintagsfliege.