Teamtraining

1. „Lions-Quest-Stunde“ - Soziales Lernen im Ganztag

In den Klassenstufen 5 und 6 wird wöchentlich eine Lions-Quest und eine Klassenleiterstunde durchgeführt. 

2. Das erlebnispädagogische Teamtraining

Das erlebnispädagogische Modul wird im 2. Halbjahr in das soziale Lernen an einem außerschulischen Ort integriert und zusammen mit dem Kooperationspartner Mindful (gemeinnützige Gesellschaft für Jugendhilfe) seit dem Schuljahr 2013-2014 für die Jahrgangsstufe 6 durchgeführt. Beteiligt sind die Beraterin für Jugendhilfe der Schule Janne Piehl, Oliver Bokelmann (Mindful) und das Klassenleiterteam.

Zum Hintergrund:
Ein Niedrigseilgarten besteht aus unterschiedlichen künstlich geschaffenen Hindernissen zwischen Bäumen oder Pfosten.
Spiele, Kooperationsaufgaben sowie niedrige Elemente bilden den Grundstein jeden handlungsorientierten Lernens. Der Niedrigseilgarten ist eine der bekanntesten und effektivsten Übungen in der erlebnispädagogischen Arbeit. Im Vordergrund stehen die Zusammenarbeit von Lösungsansätzen für verschiedene Problemlagen. Die Nutzung von Niedrigseilgärten mit mehreren Teilnehmen eröffnet neue Wege, um die gruppendynamischen Gesetze eines Teams transparent zu machen.
Die Anlagen sind somit ein pädagogisches Lernmedium und eigenen sich hervorragend zur Vermittlung von Schlüssel- und Sozialkompetenzen.
Niedrigseilgärten können sowohl als erlebnispädagogisches Medium als auch als Abenteuerparcour für Kinder geplant werden.

Kinder lernen, auf sich und andere Acht zu geben.

Nach einigen Sicherheitsanweisungen wird der Niedrigseilgarten in Angriff genommen:
Mit gegenseitiger Hilfe balancieren die Schülerinnen und Schüler auf den frei schwebenden Seilen, die in rund einem Meter Höhe nicht immer Möglichkeiten zum Festhalten bieten.
„Die Mädchen und Jungen sollen lernen, die Bedürfnisse ihrer Mitmenschen wahrzunehmen, denn alle Kinder sind unterschiedlich stark und in verschiedenen Bereichen begabt. Manchmal ist es auch wichtig, zu erkennen: „Ich schaffe es nicht allein, ich brauche Hilfe.“

Der Zusammenhalt und das Vertrauen in Gruppen wird gestärkt - Handlungsorientiertes Lernen in der Natur

Zusammenhalt, Rücksichtnahme, Vertrauen: Fähigkeiten, die in der Gruppe unverzichtbar sind, haben die Schülerinnen und Schüler im Rahmen dieses Projektes trainiert.
Beim Balancieren auf den Seilen ist die gegenseitige Unterstützung wichtig. Eine gemeinsame Lösung zu finden, um den Parkour zu bezwingen steht im Mittelpunkt.
Mit Aufwärmspielen werden zunächst das Vertrauen und der Teamgeist der Gruppe geweckt.

Übungen im Niedrigseilgarten mit der Gruppe:

 

Übungen im Niedrigseilgarten als Einzelner
 

   

Jeder, der Lust hat, kann über die Brücke laufen, die nur aus Holzstäben besteht, die die anderen Kinder in den Händen halten. 

Eng beieinander zu stehen, um keine unüberwindbaren Lücken in die Brücke zu reißen, ist bei dieser Übung besonders wichtig – und machte die Risiken und Herausforderungen von Teamarbeit für die Teilnehmer sichtbar.

Fazit: Die Gruppe erfährt durch das erlebnispädagogische Training hautnah, wie stark eine Gruppe sein kann und was eine starke Gruppe bewegen kann. 


Erlebnispädagoge Oliver Bokelmann links im Bild

 

 

 

 

 

 

 

Mögliche Ziele eines Teamtrainings:

Abenteuerliche Herausforderungen und das Kennenlernen von persönlichen Grenzen fördern
die Selbstwahrnehmung und das Nachdenken über sich selbst.

TeilnehmerInnen lernen etwas über sich und das eigene Verhalten in der Gruppe.

Das Überschreiten persönlicher Grenzen kann den Selbstwert erhöhen, wenn man etwas
schafft, was man sich nicht zugetraut hat. Oft geht dies einher mit größerer Wertschätzung
und Anerkennung durch die Gruppe (das hätte ich nie gedacht, dass du das schaffst).

Die Bewältigung einer gemeinsamen Aufgabe regt zur Verständigung gemeinsamer Ziele
an. Zieldefinitionen fordern Kommunikationsfähigkeit und die Vereinbarung bestimmter
Regeln. Zuhören, Ausreden lassen, sich verständlich ausdrücken, die Meinung anderer
respektieren, sich zurück nehmen…

Problemlösungsspiele erfordern das Erproben verschiedener Strategien. Strategievielfalt
(mehrere Wege führen zum Ziel) fördert Experimentierfreude (trial and error Prinzip) und
Risikobereitschaft. Aber irgendwann muss auch eine Entscheidung getroffen werden.

Abenteuerliche Herausforderungen wirken motivierend und fördern die Bereitschaft, sich
auch mit Unbekanntem auseinander zu setzen.

Das Erforschen unbekannter Gebiete gelingt um so eher, als es von einer Atmosphäre
Gegenseitiger Unterstützung und Anerkennung getragen wird. Dazu gehören positive
Feedbacks, Respekt vor der Leistung, aber auch der Meinung anderer.

Das Ausprobieren verschiedener Strategien erlaubt auch Fehler. Wenn Fehler machen
erlaubt ist, trauen sich mehr TeilnehmerIinnen etwas Neues auszuprobieren. Akzeptanz durch andere macht auch den Moment des Scheiterns erträglich. Konstruktive Kritik hilft,
neue Ziele zu setzen.

Gefühle der Unsicherheit und Angst sind für viele Menschen unangenehm. Wir haben
gelernt, diese Gefühle eher zu unterdrücken und nicht auszusprechen. Beim Erleben von
Grenzerfahrungen werden Gefühle aber sehr intensiv. Damit bieten sie aber auch eine
Chance, wahrgenommen zu werden und daraus zu lernen.

Im Rahmen des Teamtrainings werden Schülerinnen und Schüler für Stärke einer guten Gruppe sensibilisiert. Daneben werden Handlungsmöglichkeiten für die Gruppenmitglieder entwickelt und Grenzen des Einzelnen erfahren und besprochen.



Fragen, die sich stellen: 

Was nimmt jeder Einzelne mit?

Wie muss der Einzelne und wie muss die Gruppe geschult werden?

Wie wird der Einzelne gestärkt?

Wie wird die Gruppe gestärkt?

Gibt es Probleme?

Was weiß man über diejenigen, die Probleme haben?

Woran kann man erkennen, dass ein Kind gestärkt werden muss?

Wie geht man mit Mobbern um?

Was können Schülerinnen und Schüler tun, die Mobbing beobachten?

Wie kann dem Mobbingopfer geholfen werden?

Was kann in unserer Schule getan werden, um jeden Einzelnen zu stärken und ihn in seiner Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen, um in starken Gruppen Unterstützung zu bieten, um damit zu vermeiden, dass Ausgrenzung stattfindet?