Bildung und Gesundheit

 

Gesundheitserziehung am Laurentianum
Gesundheitsförderung gewinnt als Bestandteil des Erziehungs- und Bildungsauftrags an den Schulen eine immer größere Bedeutung. Für das Laurentianum ist darum die Entwicklung und Umsetzung von Gesundheitszielen, die zur Prävention und Gesundheitsförderung beitragen, ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt. Unsere Schule möchte durch verschiedene präventive Maßnahmen und gesundheitsfördernde Aktivitäten die Gesundheitspotentiale von Schülern und Lehrern stärken. Gesundheit wird dabei ganzheitlich betrachtet und umfasst physische, psychische, geistige, individuelle und soziale Aspekte. Eine so verstandene ganzheitliche Gesundheit zielt damit auf die Förderung des körperlichen Wohlbefindens („Freude an Bewegung“, Spiel und Sport) ebenso wie auf die Förderung des geistig-seelischen Wohlbefindens, der Persönlichkeit (Stärkung des Selbstvertrauens), der sozialen Kompetenzen (Soziales Lernen, Lions-Quest) und der psychosozialen Prävention (z.B. Sucht-und Gewaltvorbeugung).
Damit eine solche ganzheitliche Gesundheitsförderung gelingt, ist ein Zusammenwirken aller am Schulleben Beteiligten, u.a. auch externer Partner, erforderlich.
Das gemeinsame Bemühen um eine Schule, die gesunde Lebens- und Arbeitsbedingungen schafft, bringt uns dem Ziel einer guten Schule kontinuierlich näher. Da der Prozess hin zu einer guten gesunden Schule durch die Vernetzung und die Zusammenarbeit mit anderen Schulen gefördert werden kann, arbeitet das Laurentianum im Netzwerk „Bildung und Gesundheit“ (BuG) mit, das die Förderung der Schulen zu guten, gesunden Bildungseinrichtungen durch Beratung, Fortbildung, finanzielle Förderung von schulischen Gesundheitsprojekten sowie durch die Zusammenarbeit im Netzwerk und die Kooperation mit Gesundheitspartnern unterstützt.

Im Mai 2014 erhielt das Gymnasium Laurentianum bei einem Festakt die Anerkennung als "BuG-Schule".

  Bild: Guido Kraft

Konzept BuG-Schule

Empfehlung des Kultusministeriums zur Gesundheitsfördreung und Prävention

 

Handlungsfelder schulischer Gesundheitsförderung
Allgemeine Handlungsfelder schulischer Gesundheitsförderung sind:

  1. Lebens-, Lehr- und Lernkultur
  2. Schulentwicklung
  3. Ernährungs- und Verbraucherbildung
  4. Bewegung
  5. Sucht
  6. Gewalt
  7. Sexualpädagogik
  8. Missbrauch
  9. Lebenskompetenzförderung
  10. Sicherheit
  11. Lehrergesundheit

Gesundheitsförderung an unserer Schule bedeutet konkret

Im Rahmen der Gesundheitsförderung ist das Laurentianum auf folgenden Handlungsfeldern aktiv:

  • Eine Gruppe von engagierten Eltern stell einmal im Monat ein gesundes Frühstück für die SchülerInnen und LehrerInnen bereit
  • Schülersanitätsdienst: Viele neue Schüler und Schülerinnen aus den Klassen 8 und 9 erhalten in jedem Jahr die Grundausbildung zum Schülersanitäter. Unter "Arbeitsgemeinschaften" ist mehr über die Arbeit des Schülersanitätsdienstes zu erfahren.
  • Die Streitschlichtergruppe wurde fortgebildet (general-group-counseling) und ist bei Konfliktfällen auch in der Gruppenmediation im Einsatz.
  • Selbstbehauptungstraining: Durch den asb - Münster wurden in allen Klassen 5 an jeweils einem ganzen Vormittag Selbstbehauptungstrainings durchgeführt.
  • Be smart – don´t start!: Die Anti - Rauch – Aktion wird in mehreren Klassen initiiert und erfolgreich durchgeführt.
  • Teilnahme an den Aktionstagen zur Suchtvorbeugung in Warendorf: Die Jahrgangsstufe 9 erlebt ein Theaterstück, in den vergangenen Jahren z. B. „Wilder Panther, Keks“; das Stück „Rum und Wodka“.
  • Lust auf Leben: Die Klassen 8 nehmen an Suchtpräventionstagen (Lust auf Leben) teil. Die Projektwoche findet in der CAJ-Werkstatt in Saerbeck statt.
  • Alkoholprävention: Ein Mitarbeiter der TOUR DES LEBENS, einer Aktionsgruppe, die Schulen in der Alkoholpräventionsarbeit unterstützt, steht einen ganzen Tag unseren SchülerInnen der Jahrgangsstufen 9 - 12 zur Verfügung.
  • Cybermobbing-Prävention: Im Rahmen der Aktionstage zum Jugendmedienschutz in der Stadt Warendorf wird in der Regel in der ersten Novemberhälfte ein Elternabend: „Für eine Handvoll Downloads – Abzocke im Internet“ vom Kommissariat Kriminalprävention und Opferschutz im Laurentianum angeboten. Die Jahrgangsstufen 6 und 8 besuchen Theaterstücke zum Thema Cybermobbing (z. B. r(at)usgemobbt(dot)de und R@USGEMOBBT 2.0), die Jahrgangsstufen 7 und 9 absolvieren ein themenbezogenes Filmprogramm.
  • Prävention im Umgang mit den neuen Medien: Frau Raschke–Otto informiert im Rahmen eines Elternabends interessierte Eltern und Kollegen über verschiedene Aspekte von Missbrauch im Internet.
  • Die Mobbingbeauftragten des Kollegiums sind in Konfliktfällen im Einsatz.
  • Klassenpaten: An zwei Nachmittagen werden durch einen externen Partner Schülerinnen auf ihre Tätigkeit als Klassenpaten intensiv vorbereitet.
  • Buddy – Fortbildung: Vier KollegInnen des Laurentianum haben inzwischen fünf Trainingstage im Rahmen des buddy- Landesprogramms NRW (Programm zur Förderung persönlicher Handlungskompetenzen) absolviert zur Initiierung der Projekte: „Klassenbuddys“ und „Sozial-Büro“.
  • Aktion Tagwerk: Die Jahrgangsstufen 5 -9 werden durch das Infomobil der Aktion Tagwerk über den Aktionstag informiert und für die Teilnahme an dem Aktionstag motiviert. An einem Tag im Jahr engagieren sich weit mehr als 200 SchülerInnen für ihre Altersgenossen in Afrika.
  • Lions Quest: In allen Klassen fünf ist eine LQ- Stunde installiert, die von einem der zwei Klassenlehrer erteilt wird (Beschluss der SK und der LK).
     

Suchtprävention
Suchtprävention als Teil der Gesundheitsförderung leistet einen Beitrag zur Befähigung von Heranwachsenden zur selbstverantwortlichen, autonomen Lebensführung.
Die Arbeit in der Suchtprävention mit dieser allgemeinen Zielperspektive ist kontinuierlich und langfristig angelegt und beschränkt sich nicht auf eine einmalige Aktion.
Suchtvorbeugung stützt sich so auf Projekte zum sozialen Lernen, zum Erwerb von Lebenskompetenzen (Lions Quest) und zur Gesundheitserziehung, die Mitarbeit von Kolleginnen und Kollegen verschiedener Fächer (Sport, Biologie, Politik, Religion) und die Erfahrung und den Einbezug verschiedener externer Experten.
Um dem Suchtmittelmissbrauch entgegen zu wirken, richten wir unser Augenmerk besonders auf die Primärprävention, die folgende Ziele verfolgt:
- Förderung der Konfliktfähigkeit
- Förderung von Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
- Förderung von Kommunikationsfähigkeit
- Förderung von Genuss- und Erlebnisfähigkeit
- Unterstützung bei der „Sinnsuche“
- Ermutigung, Herausforderungen zu begegnen
Prävention beginnt dann dort, wo auf Bedingungen Einfluss genommen wird, die unter Umständen zum Missbrauchsverhalten führen können. Geeignet sind alle Maßnahmen, die das pädagogische und soziale Klima positiver gestalten und die die Kompetenzen eigenverantwortlichen Umgangs mit legalen Suchtmitteln stärken. Die verschiedenen Präventionsansätze zielen darauf, die Schülerinnen und Schüler stark zu machen, um zu einer erhöhten Drogendistanz beizutragen.

Bausteine von Suchtprävention am Laurentianum
Alle Schüler erhalten im Laufe der Sekundarstufe I die Möglichkeit, grundlegende Kenntnisse über das Thema Drogen und Drogenmissbrauch zu erwerben. Didaktisch aufbereitet wird die Thematik in verschiedenen Fächern wie Biologie, Religion, Deutsch und Politik, jeweils aus unterschiedlichen Blickwinkeln vermittelt, so dass die Schülerinnen und Schüler die Vielschichtigkeit der Problematik erkennen können. Besonders in der Jahrgangsstufe 7 bietet sich eine Kooperation der Fächer Politik (Thema: Jugendkriminalität und Drogenmissbrauch), Religion (Thema: Verantwortung für das eigene Leben / Glück) und Deutsch (Lesen einer Ganzschrift zum Thema) an. Über den Besuch einer Gerichtsverhandlung beim Amtsgericht und Expertenbefragungen wird eine Öffnung des Unterrichts erreicht, schülerorientierter Unterricht ermöglicht.

Auch außerhalb des konkreten unterrichtlichen Zusammenhangs werden regelmäßig Möglichkeiten wahrgenommen, mit außerschulischen Partnern zu kooperieren: verschiedene Schülergruppen konnten an Theateraufführungen (z.B. Jugendtheater: „Wilder Panther, Keks“, Jugendtheater: „Alkohölle“, Musical Global Pl) im Rahmen verschiedener Suchtpräventionswochen teilnehmen, die unter anderem von der Stadt Warendorf in Zusammenarbeit mit verschiedenen Kooperationspartnern durchgeführt werden. Die Jahrgangsstufe EF informiert sich im Gespräch mit einem ehemaligen Drogenabhängigen über die komplexen Probleme des Drogenmissbrauchs. Verschiedene Klassen und Kurse besuchen regelmäßig Aids-Präventionsveranstaltungen.

Mit großem Erfolg nahmen Schülergruppen an verschiedenen Wettbewerben zum Thema teil (z.B. „Farbenrausch“).

Seit dem Schuljahr 2000/2001 nehmen regelmäßig verschiedene Klassen der Jahrgangsstufen sechs bis neun am Wettbewerb „Be smart – Don’t start“ teil, der das Ziel hat, den Einstieg in das Rauchen zu verhindern oder langfristig zu verzögern. Eine Vielfältige Beschäftigung der jeweiligen Klassen mit dem Thema während der Laufzeit des Wettbewerbs kann auch bereits rauchende Schülerinnen und Schüler zum Aufhören motivieren. Jüngste Untersuchungen über die Relevanz des Rauchens bei immer jüngeren Kindern bestätigen die Bedeutung dieses Aspekts der Suchtprävention, zumal eine Entscheidung zu rauchen häufig mit einer größeren Bereitschaft zum Konsum von Alkohol korrespondiert.

Neben der kontinuierlichen Beteiligung am Wettbewerb „Be smart – Don’t start“ wird der Gedanke der Nachhaltigkeit in der Präventionsarbeit an vier zentralen Bausteinen deutlich, die im „Curriculum der Suchtprävention“ am Laurentianum in der Sekundarstufe I verortet sind:

  • In den Jahrgangsstufen 5/6 wird in verschiedenen Klassen das Lions-Quest-Programm „Erwachsen werden“ durchgeführt.
  • Alle Klassen 7 nehmen jeweils an einem Projekt teil zum Thema Alkoholmissbrauch („Saufen, bis der Arzt kommt“), das in Kooperation mit dem Kreisjugendamt angeboten wird.
  • Die Jahrgangsstufe 7 durchläuft einen Stationsparcour. Das "Body&Grips-Mobil" des Jugendrotkreuzes bietet unter anderem zu den Themenschwerpunkten "Bewegung, Ernährung, Ich & Du, Sucht und Sexualität" Stationen auf, die die Schülerinnen und Schüler zur Auseinandersetzung mit den thematischen Aspekten motivieren.
  • In der Jahrgangsstufe 8 hat sich als zentraler Baustein in der Suchtvorbeugung die Projektwoche „Lust auf Leben“, die in der CAJ-Werkstatt Saerbeck eigenverantwortlich durchgeführt wird, erwiesen. Die Arbeit an diesen Tagen zielt darauf ab, Schülerinnen und Schülern in ihrer Persönlichkeit zu stärken, damit sie ihr eigenes Leben selbstbestimmt und eigenverantwortlich gestalten können. Eine Vor- und Nachbereitung rundet diese Woche ab. Für 2014/15 erhielt die Schule das Siegel für geprüften Präventionsunterricht.
  • Das Aufgreifen suchtpräventiver Inhalte in der gesamten Sekundarstufe I und das jeweils schwerpunktmäßige Thematisieren von Suchtfragen führen zur Vernetzung der Gedanken und zur vertieften Einsicht, die gewünschtes Verhalten stützt.
  • Die Eltern werden zu Veranstaltungen über die Drogenproblematik (veranstaltet z.B. vom Schulamt der Stadt und Drogenberatungsstellen) gezielt eingeladen. Sie haben somit die Möglichkeit, sich auch über spezielle Aspekte der Suchtproblematik im Gespräch mit Experten zu informieren und damit vielleicht noch begründeter und effektiver aus ihrem Lebens- und Aufgabenbereich heraus ihre Kinder zu stützen und „stark zu machen“.
  • Allen Kolleginnen und Kollegen stehen zur Information ein „Rauchpräventionskoffer“ und eine vielfältig bestückte Materialecke mit Arbeitsmaterial zur Suchtproblematik zur Verfügung.