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Technik außerhalb des Unterrichts

Posted by Boscher (boscherm) on 04-11-2015
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Gymnasiasten bauen bei der Kreishandwerkerschaft einen Motor

Dass Technik nicht abstrakt, sondern zum Anfassen und spannend ist, konnten Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen des Gymnasium Laurentianum in Warendorf und des Maria-Sybilla-Merian-Gymnasium in Telgte während der Herbstferien bei der Kreishandwerkerschaft in Warendorf ganz praxisnah erleben.

In zwei Gruppen bauten die Nachwuchs-Maschinenbauer und -Ingenieure jeweils in einer Woche unter Anleitung von Ausbildungsmeister Georg Lehmkuhl und Wilhelm Wagener, der das Projekt bei der Kreishandwerkerschaft betreut, einen Stirling-Motor. Bei diesem Heißluftmotor handelt sich um eine Wärmekraftmaschine. Um mechanische Energie zu erzeugen, wird ein abgeschlossenes Gas, in diesem Fall Luft, von der Außenseite an zwei unterschiedlichen Stellen im Wechsel erhitzt und gekühlt. Dabei kann der Betrieb des Stirlingmotors, dessen Arbeitsprinzip auf einem geschlossenen Kreisprozess beruht, mit jeder beliebigen äußeren Wärmequelle abgasfrei erfolgen.

Die Neuntklässler arbeiteten mit großem Interesse und hoher Konzentration mit und bewältigten die ihnen gestellten Aufgaben mit viel Geschick: Der Kühlzylinder wurde gebohrt, das Gewinde geschnitten, Pleuelstange und Schwungrad bearbeitet. Handarbeit mit der Feile zur Bearbeitung der Oberflächen war dabei ebenso gefragt wie die Programmierung und exakte Bedienung von CNC-gesteuerten Bearbeitungsmaschinen.

„Über solche Auszubildende würde sich jedes Unternehmen freuen“, lobte deshalb auch Georg Lehmkuhl die Jungen und Mädchen, die nach fünf Tagen, ihren selbst gebauten und vor allem auch funktionierenden Stirling-Motor mit nach Hause nehmen konnten. „So ein kleiner Motor bewegt hoffentlich mehr als die einfache Konstruktion es vermuten lässt“, wünscht sich der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf Frank Tischer, der wie Günter Schrade, Geschäftsführer für den Bildungsbereich, die Schüler in der Werkstatt besuchte und sich über den Fortschritt beim Motorbau informierte. Mehr Spaß und Neugier an den MINT-Berufen sollen bei den Schülern geweckt werden, denn „wir brauchen diese Fachkräfte für die Zukunft“, so Tischner.

Gefördert wurde der Ferienkurs der Schüler im Rahmen des zdi-BSO-MINT-Projektes. zdi – Zukunft durch Innovation – ist eine Gemeinschaftsoffensive des Landes NRW zur Förderung des naturwissenschaftlich–technischen Nachwuchses. Das Förderprogramm soll Schülerinnen und Schülern einen detaillierten Einblick aus erster Hand in die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) ermöglichen und damit die Neigung, einen Beruf oder Studium im MINT-Bereich zu ergreifen, wecken. (BSO = Berufs- und Studienorientierung)

Weitere Informationen zur zdi und den MINT-Berufen finden Sie auf dem zdi Portal.

Last changed: 08-11-2015 at 05:54:17

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