MINT-LAB in Schlössern

„MINTLAB auf Schlössern - in Kastelen“ ist der Name des von der Stiftung Jugend und Schlösser ins Leben gerufenen Projektes, bei dem deutsche und niederländische Schüler gemeinsam an vorwiegend naturwissenschaftlichen Themen arbeiten. Das ganze natürlich (wie der Projektname schon besagt) vor der Kulisse eines der vielen Schlösser und Burgen auf niederländischer und deutscher Seite. Die Andreas-Mohn-Stiftung, das zdi-Zentrum NEAnderLab im Kreis Mettmann, die Regio Achterhoek in Doetichem und viele andere unterstützen dieses Projekt, welches Fördergelder von der Europäischen Union erhält.

Im Februar 2018 machten sich erstmals 10 Schüler der Jahrgangsstufe 9 mit ihren Lehrern Tobias Schuldt und Martina Beuting auf den Weg nach Raesfeld, um dort auf dem Schloss Raesfeld solch einen Austausch der ganz besonderen Art zu erleben. Das im 17. Jahrhundert zu einem Residenzschloss im Stil der Renaissance ausgebaute Wasserschloss Raesfeld bot den idealen Schauplatz für die Veranstaltung.

Nach einer kurzen Führung über das Schlossgelände konnten die Schüler in der Tischlerwerkstatt des Schlosses verschiedene Experimente zum Fliegen und Flug durchführen, um danach die Techniken des alten Malens kennen zu lernen und auszuprobieren. Die Kontaktaufnahme zwischen den deutschen Schülern vom Laurentianum und den niederländischen Schülern des Bonhoeffer-College in Enschede erfolgte zunächst noch recht zögerlich, aber schon recht schnell wurde munter drauf los gequatscht in einer Mischung aus Deutsch, Englisch und Niederländisch.

Insgesamt zogen sowohl Lehrer, Schüler als auch die Organisatoren der Veranstaltung ein sehr positives Fazit des Projekttages. 

Beim Rückbesuch am Anfang Juni 2018 bildete kein Schloss, sondern die ehemalige Eisengießerei „DRU“ (Diepenbrock en Reigers te Ulft) in Ulft die passende Kulisse für die Auseinandersetzung mit naturwissenschaftlichen Themen. Das heutige Kulturzentrum und Industriedenkmal DRU steht symbolisch für die Eisenindustrie in der Region Achterhoek (Provinz Gelderland), die sich dort seit dem späten 17. Jahrhundert etabliert hatte. Die Eisengießerei wurde im 18. Jahrhundert von den Familien Diepenbrock und Reigers, die im benachbarten Bocholt ansässig waren, gegründet und erlebte ihre Blütezeit im 19. Jahrhundert. Mit Untergang der Eisenindustrie gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurde das Industriegelände umgewidmet und zu einem Kulturzentrum mit Konzertsälen und Gastronomie ausgebaut.

Dort, wo früher große Dampfmaschinen ihr Werk verrichteten, konnten die Schüler aus Warendorf und Enschede untersuchen, wie im 21. Jahrhundert Energie gewonnen werden könnte. Das wachsende Bewusstsein über die Endlichkeit der Ressourcen bzw. der fossilen Brennstoffe sowie der Gedanke der Nachhaltigkeit führt zu einem Umdenken in der Energiegewinnung und der Suche nach alternativen und nachhaltigen Formen der Energiegewinnung. Bei wunderschönem Wetter konnten die Schüler einige Beispiele von alternativen Energiegewinnungsformen praktisch kennenlernen. Beispielsweise bauten sie selbst eine sogenannte Grätzel-Zelle mit Hilfe derer Lichtenergie in elektrische Energie umgewandelt werden kann. Der größte Unterschied zu gewöhnlichen Solarzellen ist die Verwendung von organischen Farbstoffen zur Energiegewinnung und die damit einhergehende geringere Umweltbelastung.

Am Nachmittag stand die Chemie im Vordergrund. Mithilfe verschiedenster Zutaten stellten die Schüler in binationalen Gruppen eigene Kosmetikprodukte her.

Durch diese Projekttage wurden die Schüler nicht nur für die Naturwissenschaften begeistert, sondern sie knüpften und erneuerten auch Kontakte zu Schülern jenseits der Grenze, die, dank der modernen Kommunikationsmittel, auch über die Projekttage hinweg Bestand haben werden.

 

 

Weitere Informationen sind der Homepage: www.mint-lab.eu zu entnehmen.